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Tagebuch tcergotouch
2003-11-20 01:29
Wendung im Chaos
Für mich war es immer klar, das Chaos ist mein Lebensbegleiter. Was ich auch tue, meine Wege, um von A nach B zu kommen, waren immer chaotisch. Wie sehr beneidete ich Freunde, wenn sie direkt von A nch B gelangen konnten, wo ich immer diese vielen Umwege gehen mußte.

Ich fühlte mich wie diese Ameise, welche eine Bodenplatte überquert. Sie kommt überall vorbei und findet letztlich den Weg heraus zu ihrem Ziel. Doch was hat sie für Wege zurückgelegt und für Energien vergeudet im Vergleich zu den anderen, welche später die Ameisenstrasse benutzen können.

Genauso schien es mir bisher zu ergehen. Ich lief immer umher und fand doch kein Ziel. Meine Jobs waren so und auch mein Privatleben gestaltete ich derart.

Nach einer Aufzeichnung auf Papier kam mir nun der Gedanke, es doch einfach mal anders aufzumalen. So als wollte ich die Perspektive wechseln. Es alles aus einer anderen Sicht sehen. Es schien einfacher als ich dachte und plötzlich wurde vieles sogar logisch und verständlich. Meine chaotischen Grundzüge veränderten sich zu qualitativen Begleiterscheinungen auf einem gesunden Weg ins Glück.

Und wenn ich früher bei einem Fehler auf meinem Weg vieles wieder zurückging, so brauche ich heute keineswegs zurück zugehen, sondern mich nur von dem Falschen zu trennen. Dies ist viel einfacher, weil es nicht gleich alles in Frage stellt, was ich bis dahin getan hatte.

Aus einem chaotischen Über-Die Platte-Gehen wurde ein Gerade-Aus-Sicher-Zum-Ziel-Gehen, mit dem Zusatz, daß Vergünstigungen mich zeitweilig auf meinem Weg begleiteten und dann wieder verschwanden, doch mein Hauptweg davon unbetroffen blieb. Jetzt war es sogar von Vorteil, wenn viele ein Stück des Weges mit mir gingen. Alles scheint so viel leichter zu sein. War dies alles nur eine innere Einstellung.

Wieso mußte ich erst so alt werden, um das zu kapieren. Selbst meine verhasste Jugend bekommt so wieder ein positives Bild und alle Tage meines bisherigen Lebens dazu. Es gibt keinen verlorenen Tag mehr. Im Chaos war das anders. Da fühlte ich mich zu oft daneben, was mein Gefühl von Nutzlosigkeit noch verstärkte. Jetzt ist es genau das Gegenteil. Ich lebe mehr und mehr auf, selbst wenn ich mal ein Stück des Weges alleine gehen muß. Insgesamt geht es dennoch voran.

Wie man sich selber doch das Leben schwer machen kann???

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2003-11-20 01:29