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Tagebuch Sommer
2026-03-16 13:40
Lieber unerhört als ungehört
Wenn man es von der Seite sieht, ist es wirklich unerhört, daß ich immer so leise rede. Mein Vater kann doch nichts dafür, wenn er schlecht hört. Und ich kann nichts dafür, daß ich genau in dem Moment einen Frosch im Hals habe, wenn mein Vater den Hörer abnimmt. Außerdem müssen wir dann auch nicht telefonieren. Sehr schön, dann weiß ich nämlich jetzt schon, daß ich morgen nicht um 10.00 Uhr zu Hause anrufe. In der Zeit kann ich echt was anderes machen. In der Nase bohren zum Beispiel. Oder Löcher in die Luft gucken. Ich kann aber auch Konfetti im Büro verteilen. Natürlich werde ich all diese Dinge nicht machen, ich bin ja nicht lebensmüde. Stattdessen werde ich mich bemühen, klar und deutlich zu reden, damit mein Vater sich nicht in seiner Komfortzone gestört fühlt. Und wenn er mich dann immer noch nich verstehen will, bin ich mit meinem Latein am Ende. Ich mag mir nicht vorstellen, wie das sein wird, wenn er in der Uniklinik ein Telefon hat., Da versteht er mich vermutlich auch nicht. Warum soll das auch anders sein? Ich habe keine Ahnung. Ich will mich wirklich nicht beschweren, aber solche Sachen gehen mir ganz einfach auf die Nerven. Was glaubt mein Vater eigentlich, wo ich bin, wenn ich im Büro sitze? Auf dem Fußballplatz? Bei einer Boxveranstaltung? Anstatt mir immer die Schuld zu geben, kann er vielleicht was gegen das schlechte Hören tun. Dann hätte er ja keinen Grund mehr zu meckern. Kommentare |
Sommer Offline51 Jahre, DE mehr... 2026-03-16 13:40 |
