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Tagebuch Alice
2004-01-28 10:48
beziehungskram
wieder mal einen schwachen abend gehabt. also, m. kommt um 10 uhr heim, das abendessen steht auf dem tisch, da ruft seine alte bekannte k. an. und sie reden eineinhalb stunden, so daß wir erst dann essen. vielleicht hätte ich vorher alleine essen sollen. aber wenn man sich den ganzen tag nicht sieht, dann ist diese eine stunde am abend viel wert.
danach also übergangslos ins bett, und schläft ein. und ich bin so frustriert von diesem leben und davon, daß er sich nicht für mein leben interessiert, daß ich drei stunden neben ihm liege, ohne einschlafen zu können, und leise in mich hineinwimmere, etliche taschentücher vollrotze, bis ich endlich irgendwie einschlafe und wirres zeug träume, zum beispiel von meinem alten mathelehrer, der eine riesige imbißbude betreibt...und von meinem neuen job, wo meine neue kollegin zu mir sagt "so geht das aber gar nicht" und ähnlich beunruhigende dinge.
morgens dann frühstück, wir reden über steuererklärungen und abgabetermine, ich frag noch was nach, da kommt von ihm so ein total genervtes aufstöhnen, als hätt ichs immer noch nicht kapiert. das hat bei mir gereicht, um richtig in tränen auszubrechen, aber außer einem: "vielleicht solltest Du Dich nochmal hinlegen" hat er nicht viel gesagt. war vielleicht auch nicht ganz fair von mir, er mußte sich beeilen.
er meinte neulich, ich setze ihn mit so vielen dingen unter druck, und er hätte oft schon angst, ständig irgendwas falsch zu machen. aber mir ist der gedanke gekommen, daß ich vielleicht gar nicht so viel druck aufbaue. vielleicht reicht schon ein ganz kleiner druck, ihn zu bedrängen, weil von ihm gar kein gegendruck kommt. gegendruck, wie von jemandem, der aufrecht steht und nicht wegknickt, wenn man sich mal anleht. jemand der weiß, was er will, wer er ist, und der nicht jede kritik als kritik an seiner person sieht.
vielleicht ein unglücklicher moment, solche gedanken zu fassen. ich weiß, es geht ihm nicht gut und ich weiß, daß er sich sorgen um seine oma macht.
aber manchmal fehlt mir seine alte kraft. sachen selber in die hand nehmen, selber initiative ergreifen. mir kommt er in letzter zeit ein bißchen vor wie ein kind. schimpf mich nicht, was muß ich tun, und so weiter und so weiter.
alles was ich mir wünsche ist, daß er aufrecht steht, sagt, was er will und tut, was er will. und nicht mir den schwarzen peter zuschiebt, als wäre ich diejenige, die verlangt, die fordert, die druck ausübt, dabei ist es in den meisten fällen das leben selbst, das den druck ausübt und ich versuche, das noch abzufedern.

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leben 

Kommentare


unbekannt
14:40 28.01.2004
hm, ja. vielleicht nächstes mal.

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unbekannt
12:54 28.01.2004
oder nur sein Essen noch stehen lassen

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unbekannt
12:52 28.01.2004
Während seines Telefonats hättest Du alleine essen und dann abräumen können. Liebe Grüsse D.

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2004-01-28 10:48