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Wednesday, 06. July 2022
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Tagebuch Sally_Stitch
2022-01-23 15:26
Der Bruder.


Es liegen ein paar turbulente WG Tage hinter uns.
Aber fangen wir von vorne an.
Gaaaaanz von vorne.

Irgendwie hab ich den Eindruck, ich muss erst alle Menschen in meinem Leben beleuchten, bevor irgendjemand versteht, über und von wem ich eigentlich schreibe.
Nehmen wir heute mal meinen Bruder: Maik.

Mein Bruder und ich sind ziemlich unterschiedlich geraten, obwohl wir beide das gleiche Gewicht an elterlichen Unrat mitbekommen haben.
Bei uns ist Mutter das Problem.
Streng genommen sind wir übrigens nur Halbgeschwister, da wir unterschiedliche Väter haben. Hat für uns aber nie einen Unterschied gemacht.

Mein Bruder hat ein paar Jahre bei seinem Vater in Italien verbracht, war aber die meiste Zeit in Deutschland bei Mutter. Die Zeit hier bestand für ihn hauptsächlich aus Heimen, Psychiatrie und Wohngruppen.
Sie ist schon in ihren jungen Jahren an Paranoider Schizophrene erkrankt.
Das kam aber erst Jahre später raus, nachdem ich dann endlich von dieser Frau weg bin und bei meinem Vater wohnen konnte. Aber das ist eine andere Geschichte.

Auf jeden Fall hat Maik einen ganz anderen Weg zurückgelegt. Eine Ausbildung hat er nie abgeschlossen. Ich hab tatsächlich eine. Irgendwann kam er zur Musik, da er sehr kreativ ist. Übrigens eine der wenigen Konstanten in seinem Leben.

Leider rutschte er aber auch schon relativ früh in den Drogensumpf ab.
Ich würde sein Lebens als Achterbahnfahrt beschreiben. Manchmal zumindest.

Ich stattdessen habe bis heute noch nicht einmal in meinem Leben von Alkohol spucken müssen. Alkohol trinke ich sehr selten. Das Gefühl von Betrunken sein finde ich schrecklich. Meine Rechnungen sind immer bezahlt, ich habe einen festen Job.
Und, jetzt kommt das absolute Konfliktpotenzial zwischen uns beiden:
Ich halte absolut gar nichts von allen illegalen Substanzen.

Natürlich hatte er auch gute Phasen bisher. Also meiner Meinung nach. Es gab Zeiten mit langen Beziehungen, festen Jobs und sogar zwei Kindern. Da war der Konsum dann gegen Null.

Da aber nichts für die Ewigkeit ist, gingen diese Phasen vorbei.
Also fiel er in alte Muster.

Vor 4 Jahren hat er sich dann selbst in den Entzug begeben. Ich war wirklich mächtig stolz auf ihn. Er hat danach wieder alles auf die Reihe bekommen und es lief auch eine ganze Zeit gut für ihn. Hin und wieder hat er sich am Wochenende mal etwas 'gegönnt'. Aber nicht sehr besorgniserregend.

Dann folgte die Trennung von der Liebe seines Lebens. So hat er sie zumindest selbst bezeichnet. Insgesamt waren sie um die 10 Jahre zusammen, mit zwei Unterbrechungen. Dieses Mal ist es allerdings endgültig gewesen.
Es war schwieriger für ihn, als er zugeben wollte.

Also spielte er verstärkt mit meinem Ex im Schnee, falls ihr versteht.
Den hat mir Maik übrigens damals vorgestellt. Aber dazu muss ich mal separat was schreiben.


Anfang 2021 lernte er dann Ronja auf einer Party kennen. Die beiden haben sich direkt super verstanden und sie haben etwas miteinander angefangen.
Auch ich mochte sie auf Anhieb. Und mag sie natürlich immer noch.

Auf diesem Wege ist sie nämlich mit ihrem Sohn in dieser WG gelandet.
Die Geschichte mit maik und Ronja sorgt aber gelegentlich auch die für oben angesprochenen Turbulenzen.

Tatsächlich hat dieses Thema aber auch einen eigenen Beitrag verdient.
Vielleicht schlüsselt sich mir die
Beziehung der beiden etwas besser auf, wenn ich mich damit mal schriftlich befasse.

Daher mache ich an dieser Stelle erstmal Schluss für heute. :)

Kommentare

02:49 25.01.2022
Konsum führt eigentlich fast immer zu noch mehr Problemen als vorher schon Traurig
Good luck!
Soll der Kommentar wirklich gelöscht werden?
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2022-01-23 15:26