|
Tagebücher » Itsme » News, Bilder, Videos - Online
Tagebuch Itsme
2025-07-29 14:37
Grantlhuberin vom Dienst
Tag läuft : Arzttermin hat geklappt, mit der üblichen Akademiker-Zeitverzögerung natürlich, aber das kennt man ja. Ist zur Abwechslung mal nicht so grenzwertig kräftezehrend, weil ich ja zuhause entspannt im Bett liegen kann beim Warten, und nicht in einer nikotinverräucherten Uniklinik-Ambulanz mit jeder Menge (unnötigem...) Lärm um mich rum sitzen muss. Der Termin selbst war schnell rum, ich bereite mich ja auch immer generalstabsmäßig vor, weil ich so brutal viel vergesse und auch das Kurzzeitgedächtnis kaum noch was Zuverlässiges hergibt. Der Doc war dankbar, hatte wohl sehr viel heut um die Ohren und war ziemlich gehetzt. Mir tut sowas auch gut, wenn es so zackzack geht mit einem Doc. Kein langatmiges "Wie war das? Wieso ist das gleichzeitig? Muss ich das jetzt verknüpfen und tatsächlich DENKEN dabei?!" und meinerseits wiederholen, wiederholen, wiederholen immer derselben Worte und Erklärungen. Das heute hat richtig gut geflutscht. Wenn er bei einem der nächsten Termine vor Ort wieder mal so nervig nicht-verstehen-wollend rumeiert, kann ich diese Erfahrung jetzt dafür hernehmen und ihn auf den Punkt bringen. ´ Den meisten Ärzten, auch den guten, ist wenig klar, was es jemanden wie mir an Kräften kostet und wie fertig und ausgelaugt ich bin nach solchen Terminen, alleine schon wegen des Weges vorher dort hin, der Wartezeit dort im Wartezimmer und dann noch einem Arzt, der nicht zum Punkt kommt, alles wieder und wieder erklärt haben will etc. Dann noch den Rückweg schaffen nach Hause und ich bin im A...Eimer. Nett, wenn vom dazugehörigen Arzt dann manchmal noch kommt, warum ich mich denn auf Routinetermine "vorbereiten" müsse und so dermaßen lange Nachwirkungen aushalten und abfangen muss...? Da gehts halt auch nach dem Motto "Was der Bauer nicht kennt...". Trotz des Wissens um die Hintergründe, die Symptomatik und wie man mit dieser umgehen sollte. Sechs Jahre Studium für dennoch verbleibendes Kurzdenksyndrom. Aber mit Dauerschmerzen ist es auch so. Normale Leute haben da überhaupt keinen Begriff dafür. Da begegnet man nur einem "Na, dann ruhst du dich halt aus und erholst dich, dann vergehen die Schmerzen schon wieder und du kannst wieder normal!". Wobei "normal" dann gleich mal mitdefiniert wird als "So wie ich das kenne, so muss es doch bei dir auch sein!". Bis man dann selbst Betroffener ist. Da ist es dann "plötzlich" gaaaaanz arg schlimm alles und "Du kannst dir ja gaaaar nicht vorstellen, was ich da alles aushalten und ertragen muss!!! Da MUSS es doch was geben, SO halte ich das keine Sekunde länger mehr aus!!!" Erlebe ich grade mal wieder mit ner Nachbarin mit. Nö, kenne ich natürlich alles nicht, mach das ja nur schon ein paar Jahrzehnte mit und hab seit Jahren jedes Mal wieder langatmig erklären müssen, warum es da keine "Erholung" gibt bei Dauerschmerzen. Und wie brutal stark und nachhaltig Dauerschmerz einem die Lebensenergie wegfrisst. Wurde all die Jahre als "Ach, ist doch nicht so schlimm!" mit Unterton "Wenn du nur wirklich wollen würdest...." abgetan mir gegenüber. Jetzt, selbst betroffen, stirbt man dauernd dran. So sind Menschen. Nicht "halt", so abtun tu ich das nicht. Ich stelle es einfach fest : Menschen sind so. Wir haben keinen Grund, uns für so dermaßen "überlegen" und "Herrenrasse" zu halten, wie wir es tun. Im Grunde sind wir evolutionär betrachtet ganz schöne Luschen. Musste grade mal raus. Lagerkoller macht aggessiv. Kommentare
09:27 30.07.2025
"Wirklich" helfen tut das natürlich auch nicht. Fragt sich, wie ich beieinander wäre, wenn ich NICHT wenigstens hier mal Dampf ablassen würde...
03:56 30.07.2025
Ja, hier kannst Du schriftlich alles „rauslassen“, aber helfen tut‘s wohl eher nicht? Oder vielleicht doch? Früher hatte ich schon das Gefühl, dass es gut bzw. besser ist, wenn das Gedankenkarussel mal rausgeschrieben ist In diesem Sinne … Good luck!
|
Itsme Offline
Mitglied seit: 29.04.2025DE mehr... 2025-07-29 14:37 |






Mitglied seit: 29.04.2025