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Wednesday, 20. October 2021
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2008-07-22 22:57
Nachtzug nach Lissabon (Pascal Mercier)


Mitten im Unterricht verlässt ein Lehrer seine Schule und macht sich auf den Weg nach Lissabon, um den Spuren eines geheimnisvollen Autors zu folgen. Immer tiefer zieht es ihn in dessen Aufzeichnungen und Reflexionen, immer mehr Menschen lernt er kennen, die von diesem Mann, den ein dunkles Geheimnis umgibt, zutiefst beeindruckt waren. Eine wundervolle Reise - die vergeblich sein muss und deren Bedrohungen der Reisende nicht gewachsen ist. Endlich kann er wieder fühlen, endlich hat er von seinem Leben zwischen Büchern aufgeblickt - aber was er sieht, könnte ihn das Leben kosten ...

Dieses Buch hat mich beeindruckt. Mehr noch - es ist eines der wenigen Bücher, die mich wirklich zum nachdenken gebracht, völlig neue Perspektiven eröffnet haben. Die Identifikation mit Amadeu de Prada fiel mir sehr leicht, auch den armen Gregorius konnte ich gewissermaßen nachvollziehen. Die Handlung war durchgängig spannend, nachvollziehbar, aber ruhig, nicht aufdringlich. Keine Sekunde langatmig, meiner Meinung nach, auch wenn ich Rezensionen gelesen habe, die dies vorwerfen. Aber nicht die Geschichte an sich ist es, die dieses Buch ausmacht. Nicht die äußere, sondern die innere Handlung, die Selbsterkenntnis Prados und die damiteinhergehende Gregorius' - sie ist das Besondere an diesem Roman. Weil man beginnt, sich selbst zu erkennen, kritisch zu betrachten. Keine leichte Kost, das ganz sicher nicht. Aber wohl definitiv eines der besten Bücher der letzten Jahre.

Meine Bewertung: 10/10

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2008-07-22 22:57