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Tagebuch Sommer
2025-07-16 15:00
Schritt in den Abgrund
Anders kann ich den aktuellen Zustand nicht beschreiben, denn es ist mal wieder was schief gelaufen. Und wenn ich noch eine einzige Frage stelle, ist es den Leuten so ziemlich egal, in welchem Abgrund ich dann liege. Ganz ehrlich: das ist mir gerade auch egal. Dann bleibt mir wenigstens das ständige Gejammer erspart und ich habe meine Ruhe. Daß heute noch was abgeholt werden soll, ist so geplant und eigentlich weiß auch jeder Bescheid. Ich für meinen Teil kann noch nicht mal mit Gewißheit sagen, ob S. der Dame von der Spedition angeschrieben hat oder ob C. das gemacht hat. C. hat T. einen Einlauf verpaßt, weil er das nicht so auf dem Schirm hat. Es kann nicht sein, daß C. um 14.40 Uhr die Info bekommt, daß der LKW noch nicht da ist. T. pflaumt mich an, daß es ihm so was von egal ist, ob S. und ich die Teambox nutzen oder nicht. Jetzt mal ehrlich: wenn das Gerät von 12.00 bis 15.00 Uhr geladen werden kann, ist es so schlimm, wenn der LKW um 15.15 Uhr auf den Hof rollt? Ich finde nicht, aber nun gut. Aber wie das nun mal so ist, gehen die Meinungen da auseinander. Selbst wenn das Fahrzeug um 12.30 Uhr auf dem Hof gestanden hätte, wäre der Fahrer bis zum Feierabend eh nicht mehr in Kiel gewesen. Aber vermutlich bin ich die einzige, die das so sieht. Dann ist das halt so. T. war heute eh auf Krawall gebürstet. Ihm war nicht bewußt, daß ein Fahrzeug kommt, der die Sachen für die Rheinbahn abholt. Er hat die Mail gesehen, daß das Fahrzeug für die KVB storniert wurde. Da frage ich mich dann schon, was die KVB mit der Rheinbahn zu tun hat. Das eine hat doch nichts mit dem andern zu tun. Oder doch? Keine Ahnung. Ich stelle mich da mal blond. Ob der Fahrer denn bei der Rheinbahn auch was bekommt? Davon gehe ich aus, denn das ist ja der Sinn der Rollkur. Aber so was muß man er doch wissen. Und auch da wieder der Hinweis, daß wir doch bitte die Teambox nutzen sollen. Er hat damit gar nicht mal so unrecht, aber es kann auch anstrengend sein, wenn man alles lesen soll. Es kommt vor, da bin ich mit nichts anderem beschäftigt, als irgendwelche Mails in diverse Ordner zu verschieben, eben weil mir das zu viel ist. Je mehr ich darüber nachdenke, desto mehr Kopfschmerzen kriege ich von diesem Thema. Und wenn das so weiter geht, bin ich so fertig, daß ich in der kommenden Nacht schlecht schlafe, weil mich das beschäftigt. Das ist zwar total verkehrt, aber ich kann es nicht ändern. Ich muß lernen, abzuschalten, wenn ich Feierabend habe, ansonsten geht alles den Bach runter. Das ist einfach so. Ich habe keine Ahnung, ob das funktioniert, aber ein Versuch wäre es wert. Und dann war da noch der Kollege, der wissen wollte, wann der Versand der Geräte für die Schweiz erfolgt. Sobald die Geräte verpackt sind, bringt mir Herr A. die Papiere und dann bringe ich die Ware auf den Weg. Ob ich ihm bitte mitteilen könnte, ob die Teile diese Woche noch versendet werden oder erst nächste Woche. Die Teile werden noch in dieser Woche versendet. Wenn Herr A. mir die Papiere bringt, mache ich die Papiere fertig und schicke die Ware raus. Zumindestens ist heute ein Teil raus gegangen, morgen geht der Rest raus. Das sollte doch wohl reichen. Wenn nicht, kann ich es auch nicht ändern. Was glauben die Leute eigentlich, was passiert, wenn sie zigmal nachfragen? Glauben sie, es geht dann schneller? Ich habe keinen blassen Schimmer. Ich bin gerade echt neben der Spur und wenn es danach ginge, würde ich für den Rest der Woche zu Hause bleiben. Aber dann denke ich mir, daß ich die zwei Tage auch noch schaffe. Wenn ich R. schon aus meinem Leben verbannt habe, sind mir die ganzen Vorkommnisse von heute auch egal. Wer weiß, vielleicht sieht meine Welt morgen wieder ganz anders aus und ich lache über den ganzen Mist. Das wäre so was von perfekt. Kommentare |
Sommer Offline51 Jahre, DE mehr... 2025-07-16 15:00 |
Lachen ist immer gut - und einen Abgrund kann ich nicht erkennen
