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2016-07-12 03:34
Mo. 11. Juli 2016
Im Moment ist mein Rhythmus mal wieder total durcheinander. Aber trotzdem geht es mir soweit halt gut.

Nach der Arbeit waren wir Einkaufen (mein Freund hat in dieser Woche eigentlich Spätschicht, hatte heute aber einen freien Tag). Unter anderem habe ich mir (neben Kirschen, Äpfeln usw.) auch eine neue Waage geholt. Die war im Angebot. So eine, die auch den Fett- und Muskelanteil usw. anzeigt.

So eine ähnliche Waage (eine viel bessere, hochwertigere) hat mein Trainer halt. Mein Gewicht kann ich ja auf meiner Waage immer schon gut verfolgen, sehen wie es sich entwickelt, wie die Tendenz ist. Aber bezüglich der anderen Werte bin ich halt immer auf seine Waage angewiesen.

Deswegen hat es mich halt gereizt, mir selber auch so eine Waage zuzulegen, damit ich die Tendenz selber auch überblicken kann.

Natürlich ist das ein "halber Computer". Nicht wie bei einer normalen Waage, einfach draufstellen und Gewicht ablesen. Für eine korrekte Anzeige muss zunächst einiges eingestellt werden.

Ich kenne einige Personen, die in solchen Fällen einfach drauflos legen und die Knöpfe drücken. Da gehöre ich aber nicht zu. Ich habe mir erstmal die Bedienungsanleitung geschnappt und angefangen zu lesen. Eingestellt habe ich sie heute Abend aber noch nicht. Damit werde ich mich nächste Tage dann nochmals in Ruhe beschäftigen.

Dabei haben wir im Hintergrund auf NDR 3 die Sendung Markt geguckt. Darin werden immer Sachen getestet. Dieses Mal ging es dabei unter anderem, wie dreckig es in manchen (guten und teuren) Hotels ist, die wir zum Teil sogar selber kannten (Hotels an der Ostsee, unter anderem in Timmendorfer Strand). Teuer ist nicht gleichzeitig gut und sauber. Das war schon ein sehr interessanter Bericht. Dann wurde auch Obst getestet, welche Qualität (auch bezüglich Erdbeeren) man in manchen Geschäften bekommt. Damit habe ich ja auch schon viele schlechte Erfahrungen gemacht.

Etwa gegen 21 Uhr kam bei mir der tote Punkt und ich bin eingeschlafen. Aber gegen Mitternacht wurde ich dann wieder wach. Ich habe dann schon mal meine Sachen für morgen sortiert und habe mich jetzt halt noch an den Computer gesetzt.

Unter anderem habe ich mir ein paar Musikvideos angeguckt. Dabei bin ich auch auf dieses Video mit einem Flash-Mob auf Michael Jackson-Lieder gestoßen. Das finde ich total gut. Wenn ich die so tanzen sehe, dann könnte ich so wieder mittanzen. Das erinnert mich total an meine Zeit beim Jazz-Tanz. Aber das gehört für mich absolut zur Vergangenheit. Solche ruckartigen Bewegungen kann ich voll und ganz vergessen. Danach könnte ich mich wahrscheinlich gar nicht mehr bewegen (hätte im Rücken wahrscheinlich die nächste heftige Zerrung). Aber trotzdem sehe ich mir solche Tanzgruppen, noch dazu auf gute Musik immer wieder gerne an.

https://www.youtube.com/watch?v=ncsxW9sf7WI

Auf der Arbeit ist es für mich im Moment seelisch etwas ein Auf und Ab. Manchmal kann ich meine Gedanken halt nicht so klar ordnen. Im Moment habe ich halt sehr viel zu tun, weiß meistens gar nicht, wo ich anfangen soll, was wichtiger ist, weil im Grunde ja alles früher oder später fertig werden muss. Ja, aber irgendwie versuche ich halt alles, trotz des Rückstandes, im Griff zu haben.

Irgendwie habe ich an manchen Tagen dann aber (so wie auch heute mal wieder) etwas Angst davor, wenn die Normalität wieder eintritt, wenn die Kollegen wieder da sind. Wie sieht es dann aus? Habe ich auch dann noch was zu tun oder falle ich dann erstmal sozusagen in einen "luftleeren Raum"? Darüber habe ich kurz mit meinen Kolleginnen gesprochen (weil demnächst ein paar Änderungen in meinen Abläufen anstehen, also speziell bezüglich der Pakete, die ich alleine ja nicht schaffe, alleine nicht Woche für Woche schleppen kann). Meine Kolleginnen haben mich diesbezüglich sofort beruhigt. Der Versand der Pakete muss anders geregelt werden, dafür kann ich auf Dauer nicht alleine zuständig sein, das wird nicht funktionieren. Und ansonsten gibt es in den verschiedenen Bereichen immer wieder viel zu tun, also auch für mich, wo ich auch mit eingespannt werde.

Auch mit meinem Chef hatte ich darüber heute Nachmittag dann noch ein interessantes, positives Gespräch. "Arbeitslos" werde ich bei uns bestimmt nicht mehr. Ganz davon abgesehen, dass ich mich (deswegen) ja auch an die Telefonzentrale und die Post "klammere", weil es in diesen Bereichen halt täglich Arbeit gibt.

Das damalige Trauma habe ich halt bis heute nicht ganz überwunden.

Ich hatte damals für mehrere Jahre einen festen Aufgabenbereich, um den ich mich selbständig gekümmert habe. Aber dann kam ein neues Gesetz raus und dieser Bereich fiel weg, wurde von heute auf morgen komplett anders organisiert, so dass meine bisherige bzw. vorherige jahrelange Arbeit von heute auf morgen komplett überflüssig wurde.

So schnell, von heute auf morgen, konnte mein Chef die Aufgaben der ganzen Abteilung, also aller Kollegen jedoch nicht umorganisieren, so dass ich über einige Monate das "Mädchen für alles war". Tagelang hatte ich gar nichts zu tun, hin und wieder sollte ich mal einen Brief kopieren oder ein paar Briefe eintüten. Das war für mich seelisch eine ganz schlimme Zeit. Zu der Zeit "wanderte" das Zentraltelefon häufig noch zwischen verschiedenen Kollegen hin und her und ich habe es mir dann halt schließlich "geschnappt", um überhaupt wieder eine feste Aufgabe zu haben, für eine Aufgabe wieder fest gebraucht zu werden.

Das war 2009, zur gleichen Zeit, als ich die Dauerschmerzen im Rücken kaum noch aushalten konnte. Die Orthopäden wussten nicht weiter. Die Krankengymnastik (bei den bisherigen Physiotherapeuten) brachte mir gar nichts. Ich bekam damals von mehreren Orthopäden wörtlich gesagt, dass ich mich endlich an diese Dauerschmerzen gewöhnen solle, dass sie halt ein Bestandteil meines Lebens, meines Körpers seien (diese Schmerzen habe ich dann ja zum Glück Ende 2011 mit Hilfe meines Trainers, mit seinem intensiven Trainingsprogramm wieder in den Griff und weg bekommen, aber 2009 kannte ich ihn ja noch nicht).

Für immer mit diesen Dauerschmerzen leben? Damals kam ich damit absolut nicht klar und die Depressionen sind ausgebrochen. Ja, und auf der Arbeit hatte ich halt, abgesehen vom Telefon (mal mehr, mal weniger Anrufe) nichts zu tun, so dass ich mich auch tagsüber voll und ganz auf die blöden Schmerzen konzentrieren konnte, mich immer mehr hineingesteigert habe (die Schmerzen dadurch auch immer mehr wahrgenommen habe, wie ich immer wieder sage bzw. schreibe, ist für mich die Arbeit, mein jetziger Arbeitsstand deswegen ja auch zeitglich "Therapie", weil man sich mit Aufgaben und die Verantwortung dafür auch sehr gut von gelegentlichen Schmerzen ablenken kann).

Damals wurde ich dann zum Psychologen geschickt. Bei der längsten war ich ein halbes Jahr in Behandlung (jede Woche eine Stunde), lernte aber im Laufe der Zeit noch weitere Psychologen kennen (die Wartelisten waren damals voll, Wartezeiten von mindestens einem, 1,5 und 2 Jahren, so dass ich bei manchen Psychologen nur 3 Gesprächstherapien hatte). Es folgten dann so einige Krankenscheine, jeweils über mehrere Wochen (was sollte ich auch im Büro, ich hatte doch eh nichts zu tun, meine wenigen Aufgaben, das Telefon, konnten auch andere mit übernehmen). So lief es dann auch 2010, in dem Jahr, als ich im Oktober/November zur Reha kam (dort habe ich täglich geweint ohne Ende, hatte neben täglicher KG, Nordic Walking, Aqua-Jogging usw. auch täglich eine Gesprächstherapie bei der Psychologin, in der dritten Woche sogar zweimal täglich, weil ich seelisch immer mehr zusammen geklappt bin).

2011 habe ich mich langsam wieder etwas gefasst, noch längst nicht wieder stabil, ich hatte noch so einige sehr tiefe Durchhänger, aber trotzdem wurde ich, im Vergleich zu den Jahren davor, wieder etwas ruhiger und stabiler. Allerdings war ich immer noch sehr anfällig. Ein Wort genügte und ich weinte wieder ohne Ende.

Ja, und dann habe ich durch einen Physiotherapeuten halt das Personal-Training kennengelernt. Viel intensiver und insbesondere auch viel angepasster als die vielen klassischen KG-Übungen, die mir jahrelang ja eh nichts gebracht haben. Ja, und im November habe ich dann ja (endlich) meinen Trainer übers Internet kennengelernt. Ich hatte zwar immer noch Depressionen, hatte aber dennoch auch immer wieder etwas ruhigere, stärkere Zeiten (seelisch), in denen ich mein Leben zurück haben wollte, wieder mehr vom Leben haben wollte, wieder anfing zu kämpfen.

Ja, und in einem solchen starken Moment, als ich Hilfe gesucht habe, habe ich mich halt an den Computer gesetzt und nach Personal-Trainern in meiner Umgebung gesucht, wobei ich dann wirklich durch Zufall auf meinen jetzigen Trainer gestoßen bin. Etwas Glück braucht der Mensch!! Ich hatte mehrere auf meiner Liste (die hier in der Nähe sind), aber wegen mehrerer Punkte habe ich mich dann halt schließlich mit ihm in Verbindung gesetzt. Ja, und das war für mich eine der besten Entscheidungen in meinem Leben überhaupt. Danach ging es bei mir dann endlich wieder bergauf (in allen Bereichen, die Schmerzen ließen nach, gingen mit der Zeit dann ganz weg, wodurch ich seelisch auch wieder stabiler und ruhiger geworden bin, zwar je nach Situation immer noch etwas "anfällig", in ein kleines seelisches Loch zu fallen, aber bei weitem nicht mehr so tief unten, wie ich es damals war).

Ja, aber daran musste ich jetzt halt wieder spontan denken. Was ist, wenn alle Kollegen wieder da sind, wenn der Paketversand anders organisiert wird (extern), was wird dann aus mir? Wiederholt sich dann wieder alles? Werde ich dann sozusagen wieder "arbeitslos"? Am Telefon und der Post werde ich auf jeden Fall "festhalten", die möchte ich freiwillig nicht mehr abgeben, möchte auf Dauer auf jeden Fall meine eigenen festen Bereiche behalten.

Aber deswegen fand ich es halt gut, dass ich sowohl mit meinen Kolleginnen darüber gesprochen habe (es gibt immer wieder genug zu tun, wo ich mit anpacken kann bzw. mit anpacken muss) und auch dass das Gespräch mit meinem Chef positiv verlaufen ist (dass ich dann "trotzdem" weiterhin meine Aufgaben habe). Bei der Buchhaltung bin ich ja auch mit eingespannt, darum kümmern wir uns zu zweit, aber das ist halt immer ein Stoßgeschäft, an manchen Tagen kommen zehn Rechnungen auf einmal, die bearbeitet werden müssen und dann kommt wieder eine Woche oder länger gar nichts aus diesem Bereich.

So, Schluss für heute. Heute Abend habe ich einen Salatteller grüner Salat mit den restlichen frischen Putenbruststreifen gegessen. Das war wieder super lecker. Als ich gegen Mitternacht wieder aufgestanden bin, habe ich ein paar Kirschen sowie einen Erdbeer-Quark gegessen.

So, und jetzt lege ich mich noch etwas hin, bevor ich wieder in den neuen Tag starte.

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