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Wednesday, 06. July 2022
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Tagebuch sadfaced
2009-07-15 21:52
tod
momentan denke ich viel nach.
gut, ich denke generell viel nach, aber: mein großonkel ist gestorben.
es ist das erste mal, dass jemand aus meinem bekanntenkreis gestorben ist. ein seltsames gefühl.
ich empfinde starke trauer, meine eigenen probleme sind unwichtig.
wie hart es für meine großtante sein muss, ihr gesamtes leben nun vollkommen umzuorganisieren und ohne partner zu bestreiten.
wenn ich daran denke, wird mir ganz übel.
ich fühle mich schlecht, weil ich zu selten bei den beiden zu besuch war.ich hätte meinen großonkel gern besser gekannt und ihn öfter gesehen...

trotzdem trauere ich sehr um ihn. vielleicht auch, weil meine großmutter, zu der ich ein sehr gutes verhältnis habe, schwer an krebs erkrankt ist und in absehbarer zeit auch sterben wird. erst ihr bruder, als nächstes sie.
ich will nicht daran denken, wie ich den tod meiner großmutter überstehen werde...

ich habe angst vor dem tod.
ich habe angst vor der ganzen ungewissheit.
wie fühlt es sich an zu sterben?
sieht man tatsächlich das berühmte weiße licht am ende des tunnels?
hört man nach dem tod komplett auf zu sein?

eigentlich finde ich den gedanken an ein leben nach dem tod sehr beruhigend. unlogisch, aber beruhigend.
ich möchte gern friedlich einschlafen, wenn ich alt genug bin. mein großonkel wurde gerade einmal 65 jahre alt. kein alter zum sterben wie ich finde.
das gute ist, dass er friedlich einschlafen konnte.
das schlimme ist, dass er durch seinen krebs innerlich und äußerlich sehr stark verfallen ist. man konnte ihm den nahen tod sehr stark ansehen, er hat gelitten. sehr. insofern muss der tod eine riesige erleichterung für ihn gewesen sein.

in ein paar tagen ist die beisetzung. ich werde hingehen.
es ist meine erste beerdigung zu der ich gehe.
irgendwie macht es mir angst.
ich weiß nicht, wie ich mit der trauer meiner anderen verwandten umgehen soll. geschweige denn mit meiner eigenen.
wird das ganze ein treffen, bei dem alle nur weinen und deprimiert sind? klar, dass alle den verlust sehr bedauern - aber muss man nicht auch auf die positiven erlebnisse mit den verstorbenen zurück blicken? ich finde, eine beerdigung sollte eine positive zusammenkunft sein - einfach um gemeinsam abschied zu nehmen und um die guten erinnerungen beizubehalten, nicht die wirklich üblen auswirkungen des krebs auf sein gesamtes wesen.

ich werde mich wohl noch ein paar stunden mit erinnerungen an meinen großonkel befassen und ein wenig weinen.

weinen befreit.
deshalb weine ich viel.

---
und immer sind irgendwo spuren deines lebens:
gedanken, bilder, augenblicke und gefühle.
sie werden uns immer an dich erinnern und dich dadurch nie vergessen lassen.

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2009-07-15 21:52