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2025-06-26 19:52
Herzenssachen
So, geschafft! Der neue Kardiologe hat sich gut geschlagen mit dem Wust an Vorbefunden bei mir. Und ebenso gut mit den zig Diagnosen, die ich ja schon hab, die sich z.T. überschneiden in den Symptomen und sich sozusagen die Klinke in die Hand geben. Ich wurde einmal quer durch die vorhandenen Geräte geschleift und er hat wirklich gründlich diagnostiziert. Ergebnis : Ich bin wieder einen Schritt weiter bergab mit zweien meiner Erbkrankheiten. Wenigstens brauch ich keine zusätzlichen Medikamente, momentan jedenfalls noch nicht. Was ich schon einnehme, passt soweit, und was er mir noch zur Symptomlinderung anbieten konnte, vertrag ich alles nicht, ist schon ausprobiert. Bleibt nur eins, was ich selber tun kann : Koffein ist jetzt auch noch komplett gestrichen. Ja toll, mein einziges Suchtmittel... Muss ich doch auf koffeinfrei umsteigen beim Kaffee. Ich hab ein dickes Lob bekommen dafür, dass ich trotz aller Umstände so "sportlich" beieinander bin, sagen jedenfalls die ganzen Apparate und der Doc selber auch. Und dafür, dass ich "jetzt erst" so beieinander bin. Ja, weiß ich an sich, verdränge ich halt nur allzu gern. Bei einer meiner Erbkrankheiten ist es bei "normalem" Verlauf so, dass man meist nicht älter als 40-50 Jahre wird. Und ja, da ist das Herz die häufigste Todesursache im Verlauf, weil es die Muskeln so mitbetrifft. Nicht so krass wie bei MS oder ALS, aber halt doch ähnlich. Zum Glück kam die erst recht spät bei mir in Gange und ich habe einen milden bis atypischen Verlauf. Trotzdem ist diese Krankheit dran schuld, dass ich so tolpatschig durchs Leben wackle. Und zusätzlich das ME/CFS ist grade in Verbindung mit dieser Erbkrankheit richtig ungut. Naja, es ist, was es ist. Der Doc sagt, ich solle mich jetzt erstmal wie eine 90-Jährige behandeln und schonen, schonen, schonen. Lieber Himmel, das mach ich doch eh schon den halben Tag! Noch mehr schonen und ausruhen geht fast nicht. Solange dieses Wetter so drückend und heiß ist, komm ich dem eh von selber nach, weil nichts mehr geht bei mir. Wie es dann im Herbst wird, mal abwarten. Der Doc hat sich sogar mit ME/CFS gut ausgekannt. Auf solche Ärzte treff ich inzwischen immer häufiger, Corona sei Dank. Er hat mich ausgefragt, wie ich aus der Bettlägrigkeit damals wieder rausgefunden hab, weil damals (immerhin ja schon um die 27 Jahre her bei mir) wollte ja noch keiner was von chronischer Fatigue wissen, das wurde zu der Zeit noch flächendeckend als "Hysterie" und komplett psychisch bedingt wegsortiert. Also musste ich ja selber was entwickeln, mich wieder auf die Beine zu bringen. Über meine Erfahrungen mit dem Cannabis hat er mich auch gelöchert. Grade was die Ataxie angeht, wie ich an sich damit klarkomme und natürlich übers Antragsverfahren, ich bekomme es ja von der Krankenkasse bezahlt. Doch, es war trotz der Ergebnisse ein guter Termin, eine gute Erfahrung endlich mal wieder mit einem Arzt, der seinen Job ordentlich macht und wohl auch gut versteht. Das Praxispersonal war erst recht klasse, lauter freundliche Leute. Findet man auch kaum noch inzwischen. Zu meinen Blutwerten (Hab ich aktuelle mitgebracht) hat er mich beglückwünscht. Alles, was nicht wegen der bestehenden Krankheiten aus dem Rahmen fällt, bescheinigt mir, dass ich gesund lebe und gelebt hab. Er meinte, sowas sieht er selten bei Frauen meines Alters. Fühle mich immer noch gebauchpinselt. Jetzt muss ich erstmal noch verdauen und setzen lassen, dass meine "wilden Zeiten" wohl entgültig vorbei sind und mich irgendwie damit arrangieren. Wird schon!
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2025-06-26 19:52 |


