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2009-04-24 15:19
Gespräch
um halb 10 fand das Gespräch schon statt.
Er war sehr freundlich. Wir hielten erstmal Smalltalk. Er erinnerte sich daran, dass wir mal einen Fall geklärt haben, als er noch in Egypt gearbeitet hat. Hat mich gewundert, dass er sich so Kleinigkeiten merkt. Er entschuldigte sich fast, dass er sich noch nicht die Mühe gemacht hatte, mich mal kennenzulernen. Hm. Und auch, wie es erst bei mir angekommen sei, dass ich sofort den Betriebsrat eingeschaltet habe. Ich meinte, nun es lag ja nahe, dass… ja ja. Er erzählte etwas von sich, von seinem Job, den er im Ausland gemacht hätte, dass er versucht hätte, arabisch zu lernen, aber dass es doch eine sehr schwere Sprache sei und auch, dass sie von rechts nach links schrieben. Er fragte mich, wie lang ich denn schon in der Fa. arbeite und ich erzählte meinen Werdegang in der Firma. Und er fragte, was mir liegt, was ich gerne mache. Er fragte, ob mir sonst etwas auf dem Herzen läge. Ob wir etwas an der Arbeit verändern könnten oder am Arbeitsklima. Ich meinte, ich würde gerne etwas andres noch machen, damit ich meinen Kopf nicht nur mit der einen Aufgabe beschäftige, vielleicht ein Projekt habe. Auf das Arbeitsklima bin ich nicht eingegangen. Ich sagte ihm nur, dass man mir gesagt hätte, ich wäre für zukünftige Arbeiten hier nicht geeignet, nicht fähig genug, ich aber nicht dieser Meinung sei, ich sagte ihm, was ich alles kann und gelernt hätte und dass ich auch gerne wieder etwas neues lernen würde. Ich sagte, für die Zeit, die ich noch in dieser Abteilung sei, möchte ich als vollwertiger Mitarbeiter respektiert werden und nicht z.B. an einen Katzentisch gesetzt werden. Hm. Er empfand mich engagiert und meinte, ich solle mich weiter so einsetzen. Und wenn ich das Gefühl hätte, ich würde wieder im Regen stehen gelassen oder Hilfe bei der Arbeit brauchen, sollte ich mich an ihn wenden. Bei dem zukünftigen Arbeitsplatz gab er mir Recht, dass das ergonomisch nicht vertretbar sei. Aber in Zukunft sollte ich ihn direkt ansprechen, wenn etwas nicht stimmt, wir könnten das sicher auch ohne BR regeln. Bis auf einmal, als ich ihm erzählte, dass ich mich zwar intern beworben hätte, aber ich das Gefühl hätte, es sei zur Zeit sehr schwierig, einen andren Job hier zu finden, erstens gäb es nur ganz ganz selten ein Angebot, 2. hätte ich den Eindruck, die Leute wüssten, dass ich zu den aussortierten gehöre und hätten Angst, sich ein faules Ei an Land zu ziehen, da hatte ich dann doch Tränen in den Augen. Er nickte dazu. Ich war dann aber schnell wieder gefasst.
Es war also ein sehr gutes Gespräch. Er dankte mir für meine Offenheit. Ich war beeindruckt, weil er so ein sympathischer, feinfühliger Mensch ist.

Wie kam es zu so einem Gespräch? Ich habe es gestern spät abends erfahren. Eine liebe Kollegin rief mich an, sie hat vor einiger Zeit mit seinem nächsthöheren Vorgesetzten gesprochen. Sie erzählte ihm, dass sie das alles hier krank mache und dass man so nicht mit Menschen umgehen dürfe. Daß es z.B. mir schlecht ginge. Er dankte ihr wohl auch für dieses Gespräch. Und daraufhin wurde dieses obige Gespräch geführt.
Es gibt doch noch Menschlichkeit in diesem Unternehmen. Der lieben Kollegin habe ich eben einen Rosenstrauß geschenkt und mich bedankt. So was wie sie ist ja wohl einmalig. Es zeigt mir, dass es doch immer wieder Engel gibt, wenn man eine Durststrecke hat. Sie als eines der kleinsten Lichter hier, sie reißt den Mund auf, sie traut sich was. Sie meinte, sie hätte es für sich getan, nicht für mich. Sie sagte heute etwas sehr kluges zu mir, außer, dass sie mir immer sagt: kämpfe. Kämpfe. Sie sagte, nur wenn man sich öffnet, gingen auch die Türen auf. Wie weise. Ja, ich bin eigentlich sehr verschlossen. Ich habe zu gemacht. Doch sie sagte, so sieht keiner, wie es dir geht, so sieht keiner Handlungsbedarf.
Ich habe sie umarmt. Was für ne tolle kleine große mutige Person.

VIELEN DANK ÜBRIGENS FÜR DIE VIELEN TOLLEN TIPS GESTERN

Kommentare


unbekannt
11:24 25.04.2009
ich möchte mich Lucky anschließen ... die Frage: Wie kann ich für die Firma von Nutzen sein und was kann ich dafür tun? ... halte ich für erheblich ...

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08:38 25.04.2009
Das ich skeptisch bin, dass sage ich jetzt besser nicht...
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03:02 25.04.2009
hmm. du erlebst die situation, du musst sie beurteilen. vielleicht ist er dir ja wirklich gewogen? grundsätzlich solltest du halt immer bedenken, wie du für die fa. nützlich sein kannst und das hervorheben. nur weil du tränen in den augen hast, wirst du für ihn nicht wirklich wertvoll und nur aus mitleid leute zu beschäftigen, kann sich keine firma leisten. sag was du kannst und was die firma davon hat, wenn sie dir die richtige arbeit gibt. das ist wichtig.
Good luck!
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18:10 24.04.2009
hm. tja, irgendwie bin ich da auch misstrauisch. er hat dir letztendlich ja nichts zugesagt und dieser satz "Aber in Zukunft sollte ich ihn direkt ansprechen, wenn etwas nicht stimmt, wir könnten das sicher auch ohne BR regeln" klingt ja äusserst ungut.
behalt dir die option betriebsrat auf jeden fall an erster stelle sollte sich nichts ändern.
ich will ja nicht rumunken und vielleicht entwickelt sich jetzt auch alles viel besser aber holzauge sei wachsam
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unbekannt
16:09 24.04.2009
mh...ehrlich gesagt...mir bereitet der verlauf des gesprächs unbehagen...aber vlt bin ich auch nur zu sehr vorgeschädigt

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2009-04-24 15:19