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Wednesday, 12. May 2021
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Tagebuch vegan
2010-03-12 09:01
Tiefe Löcher und Willenskräfte

Ich denke, eines der Probleme ist die Angst vor mir selbst. Ich habe normalerweise sehr starke Willenskräfte. Diese richten sich jedoch zu 90 % gegen mich und nicht "für" mich, da ich Angst davor habe, für diejenigen positiven Dinge gerade zu stehen, die ich mir selbst erbaut habe.

Ein wichtiger Punkt ist hierbei der Umzug. Ein Schritt, vor dem ich sehr große Angst habe. Ich vermute, dass es deshalb in einer Starre verweile, fast schon in der Unzufriedenheit ruhend, um nicht aktiv zu werden, mich nicht für alles Positive und Negative verantwortlich zu machen.

Es war alles zu viel. Zuviel negativer Input. Malheure, Fauxpauxes, Nichtigkeiten, mit zwei "Hammerdingen", die meine Seele so zugeschüttet haben, zusammen mit all der Angst und Unzufriedenheit, sodass ich mich selbstständig zum Krisenverweile verschrieen habe.

Vielleicht ist es das, was mich seit Jahren an meine große Liebe "bindet". Die Handlungsfähigkeit, die Fähigkeit, positiv durchs Leben zu gehen, dazu zu stehen, dass Vieles einfach toll ist und die negativen Dinge die Waage gar nicht aus dem Gleichgewicht bringen können, solange man selbst es nicht will.

Ich nehme seit gestern Antidepressiva, zumindest nennt es sich so, eigentlich ist es zu niedrig dosiert, um eine echte Veränderung fühlbar zu machen, ich vertraue auf den Placebo-Effekt. Denn eigentlich möchte ich nur schnell die Tabletten an die Hand nehmen, um aus meinem Loch hinauszuklettern, meine Gedanken zu ordnen, damit ich meinem Therapeuten meine Probleme schildern kann und in vielleicht einer oder zwei Wochen auch wieder aufzuhören. Ich weiß, dass sowas eine brilliante Sache sein kann, aber ich möchte es mithilfe meiner Willenskraft schaffen. Sie an die Hand nehmen und endlich das durchsetzen, was ich will. Ohne, in die Tiefe gezogen zu werden von all dem Negativen. Und letztlich keine Kraft mehr zu haben.

Nichtsdestotrotz, ich denke nicht, dass ich ein Mensch bin, der geschaffen ist für eine gesunde, fette und sich selbst erfreuende Depression. Aber ich weiß, dass ich mich gerne - oder schnell - so fühle, wenn ich nicht lerne, mich für mich einzusetzen, für mich zu arbeiten. Selten dauert das bei mir lange, meist klettere ich recht schnell ohne chemische Hilfe wieder hinaus - um dann nach einigen Wochen oder Monaten wieder ins Loch hineinzufallen, da all die Vorsätze gescheitert sind.

Kommentare

11:39 15.03.2010
antidepressiva braucht doch auch einige wochen um sich einzustellen oder?
zu deiner "großen Liebe": versuch ihn doch als projektionsfläche zu sehen, positiv wie negativ.
Soll der Kommentar wirklich gelöscht werden?
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2010-03-12 09:01