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Tagebuch Maggie24
2004-01-12 17:17
Meine Eltern
Wenn ich an meine Eltern denke, werde ich wütend. Nein ich werde sauer. Hasse ich sie? Nein, das nicht aber ich kann sie nicht verstehen.

Sie setzen mich auf die Welt. Unfreiwillig, aber egal nun ist sie schon mal da, da müssen wir jetzt was draus machen.

Eigentlich kann ich sagen, dass ich stets bemüht war ihnen alles recht zu machen. Immer und immer wieder. Ja sogar heute noch. Ich habe gelernt für die Schule. Als es hieß ich bekomme eine Empfehlung auf das Gymn. zu gehen von meinen damaligen Lehrern, schauten sie mich nur skeptisch an und fragten sich ob ich das überhaupt schaffen würde.
Ich bin aufs Gymi gegangen und ich habe es geschafft. Sehr gut sogar. Wenn ich Hilfe brauchte, bekam ich immer die Antwort "Da können wir dir auch nicht helfen". Okay dann habe ich mir meine Antworten halt selbst gesucht.

Meine Pubertät war die Hölle. Ich war nur depressiv. Ich wurde von meiner Mum, die Männer echt hasst geprägt. "lass dich bloß nicht mit den Kerlen ein, die sind zu nix tauge". Genauso sah das liebesleben meiner Eltern aus. Sie leben nebeneinander her als miteinander. Ich habe meine Eltern sich nie küssen gesehen. Ich habe nur einmal meine Mum auf dem Schoß meines Vaters gesehen und wusste nicht wie ich darauf reagieren sollte. Später meinte sie zu mir er hätte ihr mal eine "schöne halbe Stunde" gemacht. Oh wahnsinn. Das war das erste und das letzte mal das ich meine Eltern so sah. Meine Mum ist sehr dominant und redet oft schlecht über meinen Dad. Und dann schehrt sie alle Männer über einen Kamm.

So kam es also dazu, dass ich nicht wusste ob ich auf Jungs zugehen soll oder doch besser nicht.
Ich habe es gelassen und es kam auch keiner auf mich zu. Vielleicht war ich zu abschreckend zu unnahbar. Ich weiß auch nicht was.
Mit 17 oder so habe ich mich das erste mal verliebt. (ja ich war ein Spätzünder aber bei dem Einfluss wen wundert`s)
Ich habe mich sogar getraut auf ihn zuzugehen und dann... Korb.
Nein ich habe nicht gesagt, wollen wir miteinander gehen, ich habe ihn einfach so angesprochen, gefragt was er für Musik mag und ob er Sport macht. Er hat mir direkt ins Gesicht gesagt, dass er mich ekelhaft findet und ich stand allein da. Seine Freunde haben nur gegackert. Am liebsten wäre ich auf der Stelle Tod umgefallen. Ich war super heftig verletzt. Er findet mich ekelhaft. Mein Selbstbewußtsein war bei Null und so zog ich mich nochmehr zurück.

Ich habe mir geschworen, nie wieder einen Mann anzusprechen und fand meine mum hat Recht in ihrer Ansicht. Ich wurde 20 und bin zuhause ausgezogen, wegen der Ausbildung und weil ich frei sein wollte. Weil ich mir die Streitereien zu Hause nicht mehr anhören wollte. Weil ich mir was zu Essen machen wollte, wenn es mir passt und nicht 7.30 Uhr Frühstück, 12 Uhr Mittag, 18 Uhr Abendessen und um 22 Uhr bist du wieder zuhause oder wie willst du sonst dein Abi schaffen oder deine Teilprüfung in der Berufsschule.
Nein ich hatte keine Lust mehr und zog mit 18 1/2 Jahren aus. Meine Mutter hat oft angedroht, dass wenn ich weiter meine Launen hab, würde sie mir die Koffer persönlich packen. Ich habe sie dann selber gepackt. Ich konnte dieses "solange du deine Füße unter unseren Tisch hast..." bla bla nicht länger ertragen.

Naja so mit 20 jedenfalls fragte meine Mum mich im Auto mal warum ich nicht öfter ausgehe, mit Jungs rumknutsche und halt so Sachen mache, die man in diesem Alter macht. Am liebsten hätte ich gebremst und hätte geschrien, stattdessen musste ich meine Tränen unterdrücken. Ich weiß es nicht. Es ist halt so. Mich findet niemand besonders gut, ich bin nicht sonderlich interessant wie die Mädels in meinem Alter, sowas hab ich dann dahin gestammelt. Am liebsten hätte ich sie aber angeschrien und sie gefragt, warum sie sich das nicht selber erklären kann. "alle Männer sind doof, alle in einen Sack man trifft immer den richtigen, siehst du wenn du dich mit einem einlässt, dann verletzt er dich nur, mach das bloß nicht, es gibt keine Ausnahmen bei Männern"

Irgendwann hab ich mich aus Trotz mit einem 16 Jahre älteren Mann eingelassen. Er hat mich nicht geliebt, aber er hat mich entjungfert. Es war kalt, schnell und lieblos. Es war eine Sache, die ich abhaken wollte und das war es damit.

Mein jetziger Freund hat meiner Mutter von Anfang an nicht gefallen. Auch das ich anfangs sehr glücklich war, tat sie ab mit ja ja das dicke Ende kommt noch. Auch das wir solange zusammen sind, kann sie nicht verstehen. Jedesmal wenn ich nach hause fahre, sagt sie mir, dass sie sowieso von Anfang an wußte, dass er nicht der Richtige für mich ist. Sie machte ihn nur schlecht vom ersten Moment an.

Auch verstand sie nicht dass ich soweit wegzog für ein Studium. Hier könne sie mich ja nicht mehr kontrollieren *ha ha*. Sie ist in den fast 3,5 Jahren nur 2 mal hier gewesen. Jeweils für 3 Stunden dann ist sie wieder gefahren. Sie wollte nur mein Zimmer sehen. Meine Uni und die Stadt und das drumherum, wie mein Freund wohnt und wo er wohnt, das hat sie nicht interessiert. Das interessiert sie heute noch nicht mal.
Ich hätte ihr eine Schlafmöglichkeit organisiert oder alles mögliche getan damit sie das hier mal sieht. Düsseldorf, meine Uni, vielleicht wären wir ja auch nach Holland mal gefahren oder rauf aus niederhein. Land. Nein nur kurz ausruhen, 3 Zigaretten rauchen, auf die Toilette gehen, essen gehen, wieder rauchen, wieder abfahren. Das war`s.

Von meinem Vater brauche ich gar nicht zu reden. Der war noch nicht einmal hier. Der war noch nicht mal auf der Abschlussfeier beim Abitur. Er hat sich noch nicht mal die Praxis angeschaut, in der ich meine Ausbildung gemacht habe. Er hat sich auch nicht angeschaut, wo ich mein Praxissemster verbracht habe, obwohl dass in unmittelbarer Umgebung zu meiner Heimatstadt war. Es interessiert ihn einfach nicht. Basta. Er fragt auch nie, wie es mit dem Studium läuft. Eigentlich ist es ihm egal.

Warum ich sauer auf meine Eltern bin? Weil sie sich einen Dreck schehren um mich. Sie wissen nicht, dass es mir manchmal sehr dreckig geht. Sie wissen nicht,dass ich manchmal den Gedanken hab, mich umzubringen und sie wissen nicht, warum ich so viel abnahm und ein Haufen Antidepressiva schlucke, um durch den Tag zu kommen. Sie wissen nicht wie oft mir die Tränen fließen und wie oft ich mich total allein fühle. Sie wissen nicht dass ich innerlich total fertig bin und nicht mehr weiß, wielange ich die äußere Fassung noch bewahren kann.

Sie unterstützen mich noch nicht einmal finanziell. Warum auch?

Was mich ärgert ist, dass meine jüngere Schwester, das Wunschkind, den Zucker hochkant in den Arsch geblasen bekommt. Warum es bei ihr nicht so tragisch ist, wenn sie das Gymn. nicht schafft und runtergehen muss, warum es bei ihr nicht tragisch ist , wenn sie durch allemöglichen Prüfungen rasselt. Zum ersten, zum zweiten ja und teilweise sogar zum dritten mal. Warum sie nur lieb zu schauen braucht und mein Dad macht das Portemonnaie auf. Warum sie doch so anders ist als ich und auch anders behandelt wird. Warum meine mum sie sooft anruft und bei mir nicht mal anklingelt und fragt ob alles okay sei. Nein ich muss schon anrufen, wen ich was will.

Scheiße verdammt, jetzt heul ich halt, weil ich es nicht verstehen kann und weil ich mich so allein fühle.

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