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Tagebuch LonelySoul
2005-03-12 15:00
Ein unvergesslicher, grauenhafter Tag
Gestern habe ich bei einer Freundin übernachtet. Wir fuhren
gemeinsam zu einem Videoabend. Meine Freundin war am Ende
so betrunken, dass sie kaum noch laufen konnte. Sie wollte
spazieren gehen, wir waren die ganze Zeit bei ihr. Doch da sie
ständig hingefallen ist, wollten wir sie zurück ins Haus bringen, da
sie so fertig war. Doch sie hat sich strikt dagegen gewehrt. Zwischendurch blieb sie sogar einfach auf der Straße liegen, doch
sie wollte nicht aufstehen. Irgendwann hielt ich sie fest, damit wir gemeinsam gehen aber sie fiel ganz plötzlich hin und ich mit ihr. Sie
schlug mit dem Kopf auf die Bordsteinkante auf. Ich fiel auf die Hände und meine Knie. Ich habe richtig häftige Schrammen und eine Fleischwunde. Bald fing sie an zu weinen und zu schreien,
sie brüllte uns an, wir seien keine richtigen Freunde für sie, sie hasse uns, sie vertraue uns nicht mehr, usw.. Schließlich fing sie an um sich zu schlagen. Der Vater ihrer Freundin wollte uns drei dann zu ihr nach Hause fahren, weil wir dort ja übernachten wollten. Im Auto saß ihre beste Freundin neben ihr, doch sie schlug immer noch um sich und traf sie sogar. Anfangs dachte ich, es wäre nur der Alkohol, doch bald begriff ich, dass es ihr purer Ernst war. Als wir später bei ihr waren, haben wir sie erst einmal in Ruhe gelassen und sind zu ihrem Bruder und seinen Freunden gegangen und haben etwas über den Abend gesprochen. Wir wollten ihr ersteinmal Zeit für sich lassen, wir dachten, dass braucht sie. Wie sie uns später allerdings erzählte hat sie gewollt, dass wir bei ihr wären und ihr beim kotzen beistehen. Sie sagte, dass sie es nicht verstehen kann, warum wir sie nicht das haben machen lassen, was sie wollte. Aber wir konnten sie doch nicht auf der Straße erfrieren lassen! Woher sollten wir denn wissen, was sie wollte?
Sie sagte, sie habe mit dem Gedanken gespielt sich umzubringen. Sie holte sogar ein Messer und wollte sich vor unseren Augen die Pulsadern aufschneiden! Ich verstand die Welt nicht mehr! Sie war mit einem Mal so verhasst, verbittert, zornig, enttäuscht, wüten, wie nie zuvor! Sie hatte sich plötzlich um 180 Grad gedreht. Ich erkannte sie gar nicht wieder. Sie meinte, dass sie heute erkannt hätte, dass es keine Freundschaft gibt, genauso, wie Liebe. Sie fühlt sich unverstanden, ungeliebt. Sie hat z.B. einen Vater, mit dem sie nie redet oder reden will, weil er ihr ganzes Leben lang nicht mit ihr geredet hat! Sie wollte jedem von uns einen Beweis zur Freundschaft geben, indem sie jedem von uns ein Band mit Blut von ihr schenkt! Irgenwann war ich kurz mit ihr allein und redete mit ihr und musste heulen. Wir drei redeten lange in dieser Nacht. Wir saßen schließlich schweigend da und einmal schauten wir uns gegenseitig in die Augen und dann wendete ich den Kopf ab und hatte Tränen in den Augen. Sie liefen mir die Wangen runter. Plötzlich kam sie auf mich zu und umarmte mich. Gott, wie froh war ich. Doch sie umarmte nicht die andere, da ein Unterschied zwischen ihnen besteht, den wir beide nicht hatten: Wir hatten beide geweint. Am nächsten Morgen weinte auch Carmen und auch sie umarmten und vertrugen sich wieder. Dann erzählten wir ihr, was alles so passiert war, während ihres Rausches. Einiges hatte sie tatsächlich vergessen und versicherte uns, dass sowas vorkommen kann, wenn man besoffen ist.

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2005-03-12 15:00