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Tagebuch Arev
2009-07-06 21:52
Was ist MS
Warum ist die MS eine duale Erkrankung?
Die Multiple Sklerose (MS) ist eine entzündliche und degenerative - d. h. mit einem Zellverlust einhergehende - Erkrankung des Nervensystems. Infolge einer Fehlfunktion des Immunsystems können körpereigene Zellen das sogenannte Myelin, die fett- und eiweißreiche Hülle, die die Nervenfasern umgibt und isoliert, und/oder Zellen im zentralen Nervensystem (= Gehirn und Rückenmark) angreifen.
Das Myelin kann man sich stark vereinfacht wie eine Isolatorenschicht um eine elektrische Leitung vorstellen. Der Verlust dieser Schicht ist daher mit Fehlfunktionen bei der Weiterleitung von Signalen verbunden. Diese Attacke des Immunsystems auf die Nervensubstanz führt zu Entzündungen und Schädigungen der Nervenfasern und bereits schon bei Beginn der Erkrankung zu einer Zerstörung der Nervenzellfortsätze (Axone).

Wegen dieser zwei entscheidenden Mechanismen wird die Multiple Sklerose auch als duale Erkrankung bezeichnet. Die krankhaften Prozesse, die Störung der Nervenleitung und der Verlust der Zellen im Nervensystem führen zu den typischen neurologischen Funktionsstörungen bei MS.
Die Erkrankung verläuft schubförmig. Nach einem Schub und der damit einhergehenden Attacke auf die Nervensubstanz, setzt im Laufe einer gewissen Zeit (manchmal Tage oder auch Monate) eine Besserung der Ausfälle ein. An den Entzündungsherden bildet sich ein verhärtetes Narbengewebe (Multiple Sklerose bedeutet daher wörtlich übersetzt "vielfache Verhärtung"). Dieses kann zu dauerhaften Einschränkungen der Nervenfunktionen führen.

Ursachen & Auslöser
Die Ursachen der Erkrankung konnten bisher nicht vollständig geklärt werden. Bei den Immunprozessen in unserem Körper handelt es sich um ein schier unglaublich kompliziertes Netzwerk von Einzelprozessen, die zusammen wirken, um unseren Körper zu schützen. Bei der MS scheint dieses komplexe System - das Immunsystem - fehlgesteuert zu sein.
Genetische Einflüsse gelten als gesichert: Man geht davon aus, dass diese bei bestimmten Personen eine Neigung zur Entwicklung der MS bewirken können. Diese Tatsache wurde auch für viele andere Erkrankungen berichtet, bei denen das Immunsystem fehlgesteuert ist.
Auch der Einfluss von Umweltfaktoren auf die Entstehung der MS wird diskutiert. Hier scheinen insbesondere virale Erkrankungen eine Rolle zu spielen.
Als Auslöser der Erkrankung oder einzelner Schübe existiert eine Vielzahl von Faktoren, die bei allen Patienten unterschiedlich sein können: So können z. B. Stress, Infektionserkrankungen mit Fieber oder Unfälle zu der Erstmanifestation, einem Schub oder einer Verschlechterung bereits bestehender Symptome führen.

Ein Blick in die Zukunft: Verlauf der MS
Der Verlauf der MS kann bei jedem Erkrankten ganz unterschiedlich sein. Sie unterscheiden sich in Art und Schwere der Symptome, in der Geschwindigkeit, in der die Behinderung zunimmt und insbesondere im zeitlichen Muster, in dem die Symptome auftreten und es wieder zu Besserungen kommt. Zum Zeitpunkt der Diagnose lässt sich für den einzelnen MS-Patienten noch keine Einschätzung des Verlaufstyps vornehmen. Dies ist oft erst nach längerer, teils erst nach mehrjähriger Beobachtung möglich. Die langjährigen Erfahrungen zeigen, dass sich die MS in drei charakteristischen Verlaufstypen oder Krankheitstypen präsentiert:

Schubförmiger ("rezidivierend-remittierender") Verlauf
Bei 80% aller Patienten beginnt die MS mit einem schubförmigen Verlauf, das heißt, es wechseln sich Phasen mit akuten Krankheitszeichen ("Schübe") mit Phasen weitgehender Symptomfreiheit (Remissionen) ab. Ein Schub ist eine Phase akuter Krankheitsaktivität, in der Symptome oder Beschwerden neu auftreten oder sich verschlimmern.
Von dieser häufigsten Form der MS sind mehr Frauen als Männer betroffen, das Verhältnis liegt bei 9:5. Das Durchschnittsalter für den Erkrankungsbeginn liegt zwischen 15 und 40 Jahren.

Sekundär progredienter Verlauf
Kennzeichnend für diesen Verlaufstyp der MS ist, dass die Krankheit mit Schüben und mehr oder minder kompletten Remissionen (also wie die schubförmige MS) beginnt. Im Laufe der Zeit wird aber die Rückbildung der Symptome nach dem Schub immer unvollständiger und es kommt zu einer zunehmenden körperlichen Beeinträchtigung. Schließlich treten kaum noch Schübe auf und die Erkrankung geht in eine Phase anhaltender Verschlechterung über. Allerdings können dabei auch stabile Phasen, die wie ein Stillstand der Verschlechterung erscheinen, beobachtet werden.

Primär progredienter Verlauf
Bei dieser MS-Form treten keine isolierten Schübe auf, auch nicht zu Krankheitsbeginn. Vielmehr verläuft die Erkrankung von Anfang an sehr aggressiv, und es kommt ohne zwischenzeitliche Rückbildungen zur fortschreitenden Zunahme von Symptomen und Funktionseinbußen. Dieser Verlaufstyp wird bei etwa 10-20 % der Patienten angetroffen und betrifft Männer und Frauen gleich häufig. Hier liegt das Erkrankungsalter bei über 40 Jahren. Wie beim sekundär-progredienten Verlauf kann es aber auch bei Patienten mit primär-progredientem Verlauf zu (zeitweisen) Stillständen der Krankheitsverschlimmerung kommen.

Prognose der Erkrankung
Gleiches wie für Aussagen über die Verlaufsform gilt auch für das Ausmaß der Einschränkungen, die ein Patient in Zukunft durch die Erkrankung erfahren wird: Dies kann zu Beginn der Erkrankung nicht verlässlich abgesehen werden.

Quelle: http://www.aktiv-mit-ms.de

Kommentare

00:09 07.07.2009
hey, ne freundin von mir hat auch ms und kommt ganz gut klar.
es ist bestimmt scheiße, sowas zu haben.
aber man kann damit leben.

ich wünsch dir alles gute!
Soll der Kommentar wirklich gelöscht werden?
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2009-07-06 21:52