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Thursday, 18. July 2019
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Tagebuch mimi
2018-07-18 20:46
Die ersten Tage im Krankenhaus

Die ersten Tage meines Einsatzes im Krankenhaus verliefen sehr gut. Ich bin gut ins Team reingekommen, Patienten sind alle nett und die Arbeit passt wirklich gut zu mir! Ich hab das Gefühl, dass ich wirklich ich selbst sein kann. 

Es sind jetzt drei Tage um. Drei Tage Frühdienst und ich komme nur langsam rein. Ich schaffe es irgendwie nicht pünktlich ins Bett zu gehen und bin nach der Arbeit (bis auf heute) so kaputt, dass ich es kaum noch mit dem Fahrrad nach Hause schaffe. 

Ich habe Menschen viel auf den Toiettenstuhl gesetzt, vielen beim Waschen geholfen oder das Waschen für sie übernommen. Viele IKMs ("Windeln") gewechselt... viele Betten rausgeschoben, Patienten weggebracht... Bei vielen Sachen zugeschaut (Versorgung eines Dekubitus - super spannend oder da war eine Frau mit starkem Blutabgang, die unglaublich Angst vor dem Sterben hatte und mit mir darüber sprechen wollte... oder der Rektumprolaps, den ich leider nicht gesehen habe). 

Ich sehe schon echt viele Sachen, mit denen ich im Rettungsdienst so nicht wirklich in Kontakt gekommen bin. 

Heute der Tag war viel entspannter, weil ich selber an alles entspannter ranging. Wir haben erst Übergabe und quatschen ganz lange noch und dann geht meiner erster Gang erstmal Richtung Klo. Ich such mir meine Sachen raus, die ich fürs Waschen brauche und dann geh ich schon ins erste Zimmer und fange mit den beiden Patienten dort an. 

Heute wurde ich auch zum ersten Mal eklig angemacht. Da war ein Patient, der mich gefragt hatte, warum ich ihm die ganze Zeit auf die Hand starren würde. "Ich starre Ihnen auf die Hand?" "Ja, stellen Sie sich vor wie sie zärtlich durch Ihre Haare fährt?" Mann mit großer Klappe und ohne Manieren. Heute neu dazugekommen. 

Oder ich ging über den Gang und dann saß da der dunkelhäutige Amerikaner, mit dem ich mich so gut unterhalten hattte. Er hatte gerade Besuch und guckte zu mir rüber. Ich nickte ihm zu und lächelte ehe ich um die Ecke bog. Natürlich hörte ich die Bemerkungen seiner Kollegen. Das war dann das zweite Mal und ich fing an die Krise zu kriegen. 

Das letzte Mal war es dann der Pakistani, der mit mir zusammen arbeitet. Er meinte ich wäre wirklich hübsch. 

Wow. Danke? Ich weiß nicht, was heute los war. 3x! Ich glaube ich verhalte mich falsch - lächle vlt. zu oft. 

Ansonsten habe ich nicht wirklich viel zu erzählen. 

Gestern habe ich mich wieder mit meinem Freund gestritten. Ziemlich lange mal wieder und dann natürlich vorm Schlafen, damit man am besten die ganze Nacht durchstreitet und kein Auge zutut. 

Und zwar ging es eigentlich ums Aufräumen und Einkaufen. Meiner Meinung nach hat er eine total verzerrte Wahrnehmung! Meint ich würde nicht genug machen bla bla. Dabei sind meine Kapazitäten sooo erschöpft! Ich weiß nicht. Ich will mich da jetzt nicht weiter drüber aufregen.. aber manchmal wünschte ich mir, dass er mich mehr wertschätzen würde. Vielleicht auch, dass ich nicht mit ihm zusammenwohnen würde. 

Es ging damals alles einfach viel zu schnell, aber anders hätte es niemals funktioniert. Vielleicht wären wir nicht so eng aneinandergeschmolzen, dass er mit mir nach Deutschland gegangen wäre. 

Ich konnte eben nach der Schicht nicht schlafen, weil ich mein Nachhilfekind vergessen hatte, das auf einmal vor der Tür stand. Deswegen ist mein Kopf jetzt so matsche und ich hab wahnsinnig Probleme hier Sätze zu formulieren. 

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2018-07-18 20:46