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Tagebuch PetraM
2017-04-20 03:42
Mi. 19. April 2017
Noch eben schnell ein paar Sätze zum Mittwoch. Ich schlafe heute mal wieder in Etappen.

Am Mittwoch ging es seelisch wieder heftig rauf und runter. Mein guter Kollege war wieder im Büro (er arbeitet meistens von zu Hause aus). Wir verstehen uns halt gut, so dass ich ihm von meiner Mutter erzählt habe. Ja, und in dem Moment liefen bei mir dann auch schon die Tränen. Dagegen kam ich nicht an.

Aber im nächsten Moment, als es wieder um andere Themen, also um die Arbeit ging, da hatte ich mich wieder unter Kontrolle. Ich habe im Moment sehr viel zu tun, so dass ich tagsüber auch sehr gut abgelenkt bin.

Meine Mutter hat Vormittag noch einen weiteren Liter (den 3. Liter) mit Kochsalzlösung bekommen. Mittags wieder eine Blutabnahme. Als sich die Leberwerte dann wieder stabilisiert hatten, da begann (am frühen Nachmittag) ihre erste Chemotherapie. Dieses Mittel wurde speziell gegen Bauchspeicheldrüsenkrebs entwickelt. Der Tropfer lief etwa 3/4 Stunde lang durch. Kurz vorher bekam sie eine Spritze gegen Übelkeit.

Dabei kam zufällig eine Bekannte vorbei. Meine Mutter hat es aber nicht richtig registriert, ist immer wieder eingeschlafen, bis die Bekannte dann von sich aus gegangen ist. Danach sagte meine Mutter mir per SMS Bescheid. Sie war total müde (eine typische Nebenwirkung) und schlief dann mehrere Stunden tief und fest. Schlecht ist es ihr (dank der Spritze) nicht geworden.

Die Abende gehen bei mir jetzt viel zu schnell um. Zu Hause habe ich mich in Ruhe umgezogen und die Sachen (Arbeitstasche) ausgepackt. Dann habe ich was gegessen (paniertes Schweineschnitzel und Krautsalat). Dann kam die SMS von meiner Mutter, sie ist jetzt wach, ich solle mich mal melden.

Na klar, darauf habe ich ja nur gewartet. Ich wollte sie nicht wecken, habe mich deswegen nicht von mir aus gemeldet (ihr auch keine SMS geschickt). Wir haben dann 35 Minuten telefoniert.

Sie soll noch eine Woche drin bleiben. Die Ärzte wollen beobachten, wie sie auf die Chemo reagiert. Außerdem werden noch weitere Untersuchungen durchgeführt. Nächste Woche Mittwoch die nächste Chemo. Wenn dann alles klar geht (sie es wieder einigermaßen gut verträgt), dann kann sie nächste Woche Donnerstag nach Hause.

Sie hatte schon eine Liste gemacht (sie mir vorgelesen), was wir ihr am Samstag mitbringen sollen (auch Handtücher, T-Shirts usw.). Sie hatte je geplant, heute oder morgen nach Hause zu kommen. Jetzt braucht sie halt wieder Sachen für eine weitere Woche.

Der Arzt meinte auch schon, dass sie zukünftig (sozusagen für immer) jeden Mittwoch für eine Übernachtung ins Krankenhaus kommt. Da sie ja jetzt allein stehend ist, wollen sie sie nach der Chemo für 24 Stunden im Krankenhaus unter Kontrolle/Beobachtung haben. Meine Mutter war davon zwar nicht gerade begeistert, aber besser ist es auf jeden Fall (bevor es ihr zu Hause schlecht wird, sie alleine zu Hause umkippt).

Vor der Chemo hatte sie nochmals eine Ultraschall-Untersuchung. An der Leber ist so ein großer Schatten. Zum einen ja die Wasserzyste, aber was ist das andere? Eine Metastase wird eigentlich bisher ausgeschlossen. Der Arzt wusste es nicht. O. k., Ärzte sind auch "nur Menschen". Aber er hat es gelernt, studiert. Wenn Ärzte schon nicht weiter wissen, wer dann sonst? Auch diese Untersuchungen (was der Schatten an der Leber ist) werden weitergeführt.

Sie hatte natürlich auch Gespräche mit den Ärzten, wie ihr Leben gelaufen ist, wie dieser Krebs entstanden sein könnte. Zum einen natürlich durch den damaligen Virus, aus dem Urlaub im ehemaligen Jugoslawien. Ein großer Auslöser dafür, weil die Bauchspeicheldrüse seit damals halt vorbelastet, angreifbar war.

Und dann ihr hoher Zucker, also Diabetes. In den ersten Jahren (sie hat es seit Jahren) war sie falsch eingestellt (es folgten für diese Einstellung auch mehrere Krankenhausaufenthalte). Normalerweise spritzt man mehrmals täglich vor dem Essen, also z. B., dass man gleich "5 Kartoffeln" isst und deswegen vorher "3 Einheiten" spritzt (nur so als Beispiel). Meine Mutter hat über Jahre nur morgens gespritzt. Morgens eine hohe Einheit von 30 bis 40 Einheiten und dann den ganzen Tag über gegessen, was sie wollte. Das war völlig verkehrt. Erst im Laufe von Jahren hat sie es dann richtig gelernt, wurde sie dann erst richtig eingestellt. Dieses extrem hohe Insulin wird sicherlich mit ein großer Auslöser für diesen Krebs sein (das haben ihr die Ärzte auch bestätigt).

Ja, aber abgesehen von dieser ganzen seelischen Aufregung rund um meine Mutter (abends am Telefon musste ich dann wieder mit den Tränen kämpfen) geht es mir gut. Es ergeben sich immer wieder gute Situationen, über die ich lachen muss. Wie gesagt, es geht immer wieder hoch und runter (runter bei den Gedanken rund um meine Mutter).

Sport habe ich heute Abend keinen mehr gemacht. Nach dem langen Telefonat mit meiner Mutter habe ich eine kurze Pause gemacht (rund 20 Minuten was gelesen und entspannt), dann kam auch schon mein Freund (Spätschicht). Zum einen wollte er wissen, was es bei meiner Mutter Neues gibt. Außerdem war er heute morgen ja beim Arzt (Blutuntersuchung und Vorgespräch vor der Darmspiegelung am nächsten Mittwoch), wovon er mir dann natürlich auch ausführlich alles erzählt hat. Ruck-zuck war der Abend dann vorbei.

Meinen Beinen geht es zum Glück weiterhin (nach dem Sport an Ostern) soweit ganz gut (auch jeden Fall weniger Schmerzen als letzte Woche), dafür bin ich im Schulter-/Nackenbereich total verspannt. Das kann aber auch von der allgemeinen inneren Anspannung (rund um meine Mutter) jetzt kommen (oder aber ich habe falsch gelegen). Ist halt seelisch alles ein bisschen viel im Moment. Aber ihr Arzt sagt weiterhin, dass sie (mit der Chemo) durchaus die Chance hat, noch mehrere Jahre zu leben (hoffen wir mal das Beste).

Heute Abend hatte ich kurzen Kontakt mit meinem Trainer. Das nächste Training haben wir jetzt "normal" auf den Sonntag festgelegt (unser üblicher Termin). Er hat ja noch Osterferien, die er natürlich (mit schönen Terminen) "ausnutzen" möchte (das ist ja ganz klar).

Heute morgen kam ich ziemlich gut in die Gänge, habe dadurch 26 Minuten Plus geschafft. Es geht immer weiter in den Plus-Bereich (ich baue immer mehr Minusstunden ab), das finde ich wirklich gut.

So, Schluss für heute. Nach dem Gespräch mit meinem Freund habe ich bereits etwa 2 Stunden geschlafen. Gegen 2 Uhr wurde ich wieder wach und habe dann schon mal meine Sachen für morgen sortiert. Jetzt noch etwas "ausruhen", bevor ich dann in den neuen Tag starten werde.

Kommentare

03:06 21.04.2017
Krankheit und Heilung Deiner Mutter bleiben wohl Deine Hauptsorgen in der nächsten Zeit, Euch Beiden alle Kraft!
Good luck!
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11:45 20.04.2017
klar, die situation ist ja auch ganz frisch. aber wer weiß, deine mutter ist wirklich zäh und kann vielleicht noch ein paar (viele) gute jahre haben. vielleicht ist es gerade ihr glück, dass sie den tumor nicht operieren können/wollen und ihn quasi in ruhe lassen.
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10:12 20.04.2017
Danke!! Ja, seelisch ist es im Moment sehr hart. Ein ständiges Auf und Ab.
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10:06 20.04.2017
dieses hin und her ist sicher sehr belastend für euch alle. ich hoffe, für deine mutter gibt es bald eine routine, auf die sie sich verlassen kann und ein gutes anschlagen der chemo. gute besserung!
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