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Wednesday, 22. January 2020
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2010-07-21 14:03
Der weinende Clown - 1

 

Wieder ein trostloser Tag. Einer von vielen.

Er starrte durch das Küchenfenster an den grauen, wolkenverhangenen Morgenhimmel. Es regnete. Die Tropfen trommelten gegen die Scheibe, um anschließend zu zerplatzen und langsam über das Glas nach unten zu laufen. Ihm war kalt. Erst jetzt merkte er, dass er halb nackt vor dem Fenster stand.

Langsam drehte er sich um und schaltete mechanisch den elektrischen Wasserkocher ein, in dem sich noch etwas Wasser vom Vortag befand. Fast widerwillig öffnete er den Küchenschrank, entnahm ihm eine Tasse, anschließend ein Glas mit Pulverkaffee und schüttete etwas Pulver in die Tasse. Mit zittrigen Fingern fischte er sich ein paar Stücke Würfelzucker aus der Zuckerdose und ließ sie in die Tasse fallen. Zwischenzeitlich war das Wasser heiß geworden. Er füllte die Tasse damit.
Er roch den Duft des Kaffees und empfand ihn tröstlich. Wenigstens das war ihm geblieben – wenigstens der Pulverkaffee war noch so, wie er sein sollte – was er von seinem Leben wiederum nicht behaupten konnte ...

Dann öffnete er den Kühlschrank und entnahm ihm eine Tüte Milch, goss etwas davon in den Kaffee, stellte die Tüte in den Kühlschrank zurück und knallte missmutig dessen Türe zu.

Anschließend holte er sich einen Kaffeelöffel aus der Besteckschublade und begann, gelangweilt und gedankenverloren in seiner Kaffeetasse zu rühren.
Er nahm einen Schluck Kaffee, darauf hoffend, dass die heiße Brühe seine Lebensgeister etwas in Schwung bringen würde – doch es war so wie jeden Morgen: nichts geschah. Er fror, schwankte ins Bad, holte sich seinen Bademantel und zog ihn an. Der Tag lag in gähnender Langeweile vor ihm – und er wusste: Genau diese Langeweile würde ihn eines Tages umbringen ...

Bruno Steiger betrachtete sein Gesicht im Badspiegel sehr intensiv. Er war alt geworden, bis auf vierundsechzig Kilo abgemagert, seine blauen Augen, die früher vor Energie sprühten, spiegelten lediglich seine eigene Hoffnungslosigkeit wider, waren stumpf geworden, glanzlos. Die Sorgenfalten hatten sich mit der Zeit immer tiefer in sein kantiges Gesicht gegraben und mit Erschrecken musste er feststellen, dass sein Haar, das ihm noch geblieben war, langsam, aber sicher begann, eine graue Tönung anzunehmen. Er war ständig müde, fühlte sich kraftlos und hatte permanent das Gefühl, sein Körper würde täglich zusehends altern. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er seinen Dienst verweigern würde ... Kein Zweifel: Er, Bruno Steiger, der sich in jungen Jahren soviel vorgenommen hatte, dem kein Ziel zu hoch gewesen war und kein Traum zu groß – nun war er auf dem Weg zum Greis, hatte die besten Jahre des Lebens hinter sich gelassen. Und was hatte er erreicht? Nichts. Gar nichts. Im Gegenteil: Er war viel zu hohe Risiken eingegangen, hatte alles verloren, war immer mit einem Bein außerhalb der Gesellschaft gestanden, alles stets anders gemacht als die anderen, nie verstehen wollen, weshalb „man“ das so und nicht anders macht, nur weil alle es so machten und schon immer so gemacht hatten.

Kommentare


unbekannt
06:27 22.07.2010
täglich? die textlänge finde ich ganz gut, wobei der schnitt inhaltlich passen sollte...und wenn es denn etwas mehr wird, wäre es auch ok

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unbekannt
17:06 21.07.2010
hm, na gut, dann find ich es bis jetzt ziemlich unaufregend

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16:30 21.07.2010
Der Autor ist Jürgen Sprenzinger. Hast Du das Vorwort nicht gelesen?
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unbekannt
16:07 21.07.2010
ich denke du schreibst es weiter?
Wie unsinnig ist es denn, hier abzutippen? schreib doch was eigenes. oder bist du eh schon der autor?


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15:26 21.07.2010
Ich kann da keine Sätze draus machen. Ich übernehme doch nur vom Original und verändere nichts.
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unbekannt
15:17 21.07.2010
Hm. Ich überlege, ab wann deine Fortsetzung einsetzt? Entweder ich bilde mir das ein oder im letzten Abschnitt findet tatsächlich ein Stilbruch statt. "War immer mit einem Bein außerhalb der Gesellschaft gestanden...." ich finde den letzten Satz zu geballt. Da könntest du mehrere Sätze draus machen, außerdem finde ich ihn zu umgangssprachlich. Zum Beispiel "Er hatte stets; Er wollte nie verstehen..." usw. Und Absätze, also im letzten Absatz. Das erleichtert das lesen

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14:19 21.07.2010
Keine Ahnung. Vorschläge?
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unbekannt
14:16 21.07.2010
wann geht es weiter?

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2010-07-21 14:03