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Saturday, 28. March 2020
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 1878-07-07 hh:mm
Aus Nacht zum Licht ...

Aus Nacht zum Licht, aus Not zur Mäßigung, aus Schwäche zur Kraft, das sind die Bedingungen unter welchen eine Besserung und Förderung meines Glückes denkbar ist! Die Nacht ersehnt dir das Licht u. Not lehrt dich Mäßigung in jeder Weise und die Erkenntnis deiner Schwäche fordert dich zur That und Kraft.

Noch sind Nacht und Graus, Not u. Übel. Schwäche und Erlamung deines Lebens wüste Begleiter und mahnen dich an eine bess’re schönere Zeit. Ja, durch die Nacht fällt oft ein heller Stral und in der Not hast du so manches gute Korn gefunden aber deiner Schwäche hilfst du schwerlich auf. Und doch – wie leicht wäre es nicht, die Gatten legen dir Wandung dir zu Füßen – doch du bedenkest nicht und wandelst nicht den Menschen. Das klagen so nahe und so heftig die letzteren Tage, an denen die Freude so klein war und dein Gewissen so weit. Doch sie sind vorüber in Eile und haben ach leider dem Leben nur neue Lasten u. Schulden gebracht.

So ist nun trübe geblieben in mir die Stimmung, wie ähnlich das Wetter am Tage, das wieder einmal die Sänger verbannt aus dem Garten, dafür aber begleitet zur Übung. Ich freilich wollt bess’res beginnen im Spiele, da war aber wieder das Glück mir nicht hold. Nur was sag’ ich erst vom Abend u. was von der Gesellschaft, die so groß sie auch ist, so weniger Kern hat.

Der Wein der geflossen, von alter Freundeshand gespendet, als Nachtrag zur Johannfeier, wurde so lässig u. fade vertröpfelt, daß man staunte – wie er doch gar war.

 

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