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Thursday, 17. May 2012
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2010-07-05 15:48 / Gr. WoMo Reise
03. - 05. Juli 2010 Avenches, wir haben das Paradies gefunden.

Endlich hat uns der Sommer gefunden. Nach einer verregneten Auffahrtswoche im Mai in der Eifel und wolkenverhangenen Ferien im Juni in der Normandie, hat uns die Sonne endlich gefunden.

 

Eigentlich war ich schon ein bisschen enttäuscht, weil der Sommer in dem Moment begann, als ich wieder zur Arbeit musste. Und dann gleich über 30°C, das war schon beinahe ein bisschen gemein.

 

Dann kam der 03. Juli. Wir haben Billets für die Oper in der römischen Arena von Avenches. Das ist fast wie in Verona, nur nicht ganz so gross und nicht ganz so weit weg.

 

35°C sind angesagt. 35°C !! WIR SIND DOCH NICHT HITZEFEST!!

 

Etwas Gutes hat es: Avenches liegt an einem See, am Murtensee und unser Campingplatz liegt an genau diesem See. Da gibt es nur eines: Badezeugs einpacken. Wir sind ja keine grossen Wasserratten (ja, wir hatten nicht einmal in der Normandie unser Badezeugs dabei - naja, hätten wir auch nicht gebraucht), aber bei diesen Temperaturen zieht es sogar uns ins wohlige Nass.

 

Wir wünschen einen Platz mit Schatten: 1657, der ist perfekt. Eigentlich dürfte man erst ab 14.00h ankommen, aber später am Tag ist es einfach zu heiss um zu fahren, zumal ohne Klimaanlage, also fahren wir um 10.00 zu Hause ab und kommen gegen 12.00h an. Wir bekommen trotzdem den guten Platz, es hat wohl geholfen, dass ich ihn auf französisch begrüsst habe, obwohl er fliessend schweizerdeutsch spricht.

 

14.00h, hat schon jemand erwähnt, dass es heiss ist? Badekleid montiert und ab in den See (Bikini liegt dieses Jahr wegen der Narbe noch nicht drin, will ja keine kleinen Kinder erschrecken). Der See ist Güteklasse 1a: mit Sandstrand! Ja, bestimmt, mit Sandstrand!! - man muss nicht in die Karibik.

Das ist keine Palme, wir sind nicht in der Karibik.

Es ist eine Birke. (Morgensonne mit Gegenlicht)

 

Der Strand steigt nur langsam ins Wasser ab. Wo das Wasser ganz seicht ist, hat es Badewannentemeratur, da der Körper überhitzt ist, ist es trotzdem angenehm kühl. Dann weiter, wir sind bis zur Hüfte im Wasser, es wird kühler und weiter bis zur Schulter im Wasser, jetzt wird es richtig kühl: Ohhhh, guuuut. Wir schwimmen Auge in Auge mit den Taucherli (diese schwarzen „Enten“ mit dem weissen Schnabel), es ist herrlich - und man verbrennt erst noch Kalorien, schlägt somit 2 Fliegen mit einer Klappe.

 

Der Platz ist wunderbar schattig. Wir haben Glück 1656 ist nicht besetzt und so können wir unsere Liegestühle nach den Bäumen richten.

 

Es ist 18.00h. Langsam wollen wir zur Oper. Es liegen 40‘ Fussmarsch vor uns. 40 Minuten! Wer ist auf die glorreiche Idee gekommen, die Fahrräder zu Hause zu lassen, da wir bei dieser Bullenhitze eh nicht Fahrradfahren gehen?! Aber dann 40‘ Fussmarsch… Was soll’s, kann man ja eh nicht mehr ändern, also zotteln wir los. „He, ist Dir’s auch schon aufgefallen?“ „Was denn?“ „keine Strassenlaternen!“ „Oh.“ Wir gehen zurück und holen unsere Taschenlampe, die Oper wird erst gegen Mitternacht zu Ende sein und wir wissen nicht, wann der Mond aufgeht. Also, noch einen Anlauf.

 

Langsam türmen sich Wolken auf. Es wird doch kein Gewitter geben?! Vom Gewitter werden wir zum Glück verschont, aber die Wolken spenden uns wohltuenden Schatten und das Gehen ist nur halb so beschwerlich, wie wir befürchtet haben.

 

Vor der Vorstellung gehen wir eine Kleinigkeit essen und dann fängt die Inszenierung auch schon an. Lucia di Lammermoor geben sie dieses Jahr. Nach den ersten paar Tönen, bin ich etwas enttäuscht: was für eine Akustik. Man darf nicht ungerecht sein, ein Freilichttheater ist keine Surroundanlage. Man gewöhnt sich an die ungewöhnliche Akustik und es ist super schön. Eine klassische Inszenierung mit guten Sängern, wunderbar. Die Schwalben geben ihr eigenes Konzert und als es dunkel wird, werden sie von den Fledermäusen abgelöst, herrlich.

 

Um Mitternacht ist die Vorstellung zu Ende. Es ist bewölkt, über uns können wir ein paar Sterne aus machen, aber der restliche Himmel ist bedeckt. In der Ferne wetterleuchtet es, aber von einem Gewitter wie auch vom Mond, bleiben wir verschont. Wir gehen unseren Weg zurück und sind verblüfft, obwohl wir vom Himmel kaum Unterstützung bekommen ist es doch so hell, dass wir die Taschenlampe nicht benötigen. Das Restlicht von der nahen Ortschaft und der Autobahn reicht. Wir sind schon fast beim Campingplatz da geht der Mond auf, rot und gross und guckt durch die aufgerissene Wolkendecke. Das war ein gelungener Abend.

 

Was soll ich gross vom Sonntag erzählen? Um 11.00h waren wir das erste Mal im Wasser. Dann noch einmal um 14.00h und zuletzt um 18.00h. Herrlich! Dazwischen verging die Zeit mit Essen und Lesen und was-auch-immer, es war voll entspannt. Das ist das Paradies, schöner könnte es dort auch nicht sein. Ich habe es sogar geschafft überhaupt nicht an die Arbeit zu denken. Das ist wie Ferien. Und dann denke ich auch schon: es ist toll hier, wirklich, aber 2 Wochen Badeferien, neiiiin, das wäre trotzdem nichts für mich!!

 

Wir haben es sehr genossen, dass wir am Sonntag noch nicht nach Hause mussten. Pius hat am Montag Nachtdienst und ich habe mir einen Tag gestohlen (mein Chef sitzt mir so schon die ganze Zeit im Nacken, wegen meiner Überzeit). Heute Morgen haben wir also noch einmal ein Frühstück unter den Bäumen genossen bis wir uns dann nach Hause aufgemacht haben.

 

Nächstes Jahr geben sie den Rigoletto, dann müssen wir UNBEDINGT wieder kommen - am besten früher schon.

Photos

Kommentare

03:47 13.08.2010
schön dort , wenn auf dem platz auch etwas gedrängt
Good luck!
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18:48 06.07.2010
Danke, es war herrlich.
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unbekannt
10:08 06.07.2010
Ich hatte immer gedacht, dass sich die Bilder nicht mehr steigern lassen können aber Dir ist es doch noch gelungen! Das Wort Paradies passt wirklich!

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2010-07-05 15:48